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ANZELDIENST
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R E D I G T A U S D E R
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R C H E
Sonntag, den 13.01.2008 um 9.30 Uhr
Wozu der Mensch geschaffen ist /
Zum Bilde Gottes schuf Er ihn
Von Pastor Wolfgang Wegert ©
Bibeltext: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“
(1. Mose 1,27)
Wir haben eine längere Periode hindurch
über das Wesen und den Charakter Gottes
gesprochen – über Seine Allmacht, Seine
Allgegenwart und Allwissenheit, über Seine
Unwandelbarkeit und Seine unabhängige
Selbstexistenz. Wir haben auch Gottes mora-
lische Eigenschaften betrachtet wie z. B.
Seine Güte und Liebe, aber auch Seine Hei-
ligkeit und Gerechtigkeit.
Nun wollen wir uns in einer weiteren klei-
nen Predigtreihe dem Menschen zuwenden
und schauen, was die Bibel über ihn sagt
und welches Bild sie von ihm zeichnet. Wo-
her kommt er. Wie ist er beschaffen, und
wozu ist er erschaffen.
I.
WOZU DER MENSCH ERSCHAF-
FEN IST
Daß Gott den Menschen am sechsten Tag
Seiner Schöpfung erschaffen hat, bezweifeln
Christen, die an die Irrtumslosigkeit der Hei-
ligen Schrift glauben, nicht. Es fällt ihnen
auch nicht schwer zu akzeptieren, daß es
wirklich nur sechs Kalendertage waren, an
denen Gott Sein Werk vollbracht hat. Der
Schöpfungsbericht sagt nämlich selbst ganz
genau, wie lange ein Schöpfungstag gedau-
ert hat, jedes Mal heißt es: „Da ward aus
Abend und Morgen der erste (…zweite
…dritte …sechste) Tag“ (1. Mose 1,8).
Wie lange dauerte also ein Schöpfungstag.
Tausend Jahre lang. Nein, er bestand aus
einem Abend und einem Morgen, aus einem
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Und
das beschreibt logischerweise 24 Stunden.
Jemand mag einwenden, daß die Erde dann
ja nur rund 6.000 bis 10.000 Jahre alt wäre.
Das ist nicht unbedingt gesagt. Wenn es in 1.
Mose 1, 1 heißt, daß Gott am Anfang Him-
mel und Erde schuf, muß das nicht mit dem
ersten Schöpfungstag gleichgesetzt werden.
Nein, die Urschöpfung der Welt kann durch-
aus Jahrmillionen zurückliegen. Das mag die
Periode gewesen sein, als die Erde wüst und
leer war, wie es Vers 2 schildert. Aber dann,
eines Tages, begann Gott, Ordnung in das
Chaos zu bringen, und sprach: „Es werde
Licht!“ (1. Mose 1,3).
Erst von da an zählen die Schöpfungstage.
Nicht die Erschaffung von Himmel und Erde
bildeten den ersten Tag, sondern die viel
spätere Erschaffung des Lichtes und die Ein-
setzung von Tag und Nacht machten den
ersten Tag aus. Und der ging zu Ende, als
aus Abend und Morgen einer neuer Tag ge-
worden war.
Innerhalb einer solchen Tagesspanne hat der
Schöpfer auch den Menschen gemacht. Die
Bibel sagt nicht, daß Er ihn in einer langen
Epoche entwickelt hat. Sie sagt auch nicht,
daß Gott an jenem Tag lediglich einen evo-
lutionären Prozeß angestoßen hätte, aus dem
sich allmählich der Mensch herausgebildet
hat. Nein, Gottes Wort sagt ausdrücklich,
daß Gott den Menschen erschaffen
hat. Er ist
ein Schöpfungswunder, ja, die Krone der
Schöpfung! Nach jedem Arbeitstag Gottes
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Der Kanzeldienst So. 13.01.2008 / 09.30 Uhr
heißt es, daß es gut war, was Er gemacht
hatte. Aber nach dem sechsten Tag lesen
wir: „Und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose
1,31).
Kein Wunder, daß wir staunen, wenn wir
uns selbst – das Wunderwerk Mensch – be-
trachten. Und dann rufen wir mit David ü-
berwältigt aus: „Ich danke dir dafür, daß ich
wunderbar gemacht bin; wunderbar sind
deine Werke; das erkennt meine Seele“
(Psalm 139,14).
Danke Gott dafür, daß Er dich individuell
wunderbar gemacht hat! Du bist kein ano-
nymes Wesen, ein Staubkorn, das durchs
Universum gewirbelt wurde und aus dem
nach langen Perioden, die niemand rechnen
kann, durch zufällige Ereignisse dann du
entstanden bist. Nein, die Bibel sagt, daß
Gott dich geschaffen hat! In Psalm 8 heißt es
deshalb: „Du hast ihn wenig niedriger ge-
macht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit
hast du ihn gekrönt“ (V.5-6). Der Mensch ist
eine geniale Erfindung Gottes und ein Krö-
nungswerk Seiner unvergleichlich herrlichen
Schöpfung!
Daraus ergibt sich eine wichtige Frage: Wa-
rum hat Gott den Menschen überhaupt ge-
macht. Die entscheidende Antwort ist: Er
hat ihn zu Seiner Ehre und Verherrlichung
gemacht. Das ist der wesentliche Grund,
warum wir da sind. Wir sind zum Lobe Sei-
nes herrlichen Namens geschaffen.
Gott hat uns nicht um unseretwillen geschaf-
fen und auch nicht, weil Er uns brauchte.
Wir haben bei dem Thema der „Selbstexis-
tenz Gottes“ gelernt, daß Gott aus sich selbst
heraus ohne Anfang und Ende existiert. Er
ist absolut unabhängig und braucht nichts
und niemand. Alles, was Er nötig hat, ist in
Ihm selbst. Alle Fülle wohnt in Ihm. Die
Bibel sagt: „Gott, der die Welt gemacht hat
und alles, was darin ist, …läßt sich nicht von
Menschenhänden dienen, wie einer, der et-
was nötig hätte, da er doch selber jeder-
mann Leben und Odem und alles gibt“ (A-
postelgeschichte 17,24-25
).
Manchmal kursiert die Idee, Gott habe Men-
schen gemacht, weil Er so allein und einsam
gewesen wäre und uns Menschen brauchte
zu Seinem vollkommenen Glück. Ein sol-
cher Gedanke wäre aber eine völlige Fehlin-
terpretation und eine Mißachtung des ge-
samten Offenbarungskonzeptes der Bibel,
wenn wir uns einbilden, Gott bräuchte uns.
Er braucht niemanden.
Denn das würde ja bedeuten, daß Er an et-
was Mangel gehabt hätte – das hat Er in Sei-
ner absoluten Vollkommenheit aber nicht.
Denken wir nur an das Gebet Jesu, in dem es
heißt: „Vater, verherrliche du mich bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
ehe die Welt war“ (Johannes 17,5). Die Tri-
nität Gottes ist nicht einsam. In ihr gab es
schon immer Gemeinschaft, Liebe und voll-
kommene Harmonie. Gott, Vater, Sohn und
Heiliger Geist hat alles, was Er braucht, in
sich selber.
Und dennoch gibt die Bibel einen Grund an,
warum Gott uns Menschen gemacht hat: Er
tat es zu Seiner Ehre. Ein Maler kreiert ein
wunderbares Bild. Er braucht das Bild nicht,
aber er hat seine Freude daran. Und aus frei-
en Stücken, ja man kann fast sagen: aus Lust
an den Menschenkindern, in völliger Unab-
hängigkeit, schafft Gott Menschen. Und so,
wie ein Gemälde den Maler ehrt und eine
Skulptur den Bildhauer preist, so ist die
Menschheit aus Gottes Hand gekommen als
ein Ausdruck Seiner herrlichen, kreativen,
machtvollen, ewigen Schöpferkraft – ein
Beweis Seiner Herrlichkeit.
Im Buch Jesaja spricht der Herr über Seine
Söhne und Töchter von den Enden der Erde
und ruft: „Die ich zu meiner Ehre geschaf-
fen und zubereitet und gemacht habe“ (Jesa-
ja 43,7). Analog dazu schreibt Paulus: „Daß
wir etwas seien zum Lob seiner Herrlich-
keit“ (Epheser 1,11). Ja, die Bibel fordert
uns mit den Worten auf: „Was ihr auch tut,
das tut alles zu Gottes Ehre“ (1. Korinther
10,31).
Gottes Absicht mit uns war von Anfang an,
daß wir Sein Ruhm sind. Das garantiert uns,
daß unser Leben Bedeutung hat. Wir könn-
ten fälschlicherweise von der Tatsache, daß
Gott uns nicht braucht, ableiten, daß wir
Menschen für Ihn bedeutungslos wären. A-
ber auch wenn Er uns nicht braucht, sind wir
Ihm nicht egal, sondern Er nimmt uns äu-
ßerst wichtig und hat uns einen überragen-
den Lebenssinn gegeben. Du und ich sind
bedeutungsvoll für Gott! Wir laufen hier
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Wozu der Mensch geschaffen ist / Zum Bilde Gottes schuf Er ihn
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nicht als Zufallsprodukt der Evolution her-
um, sondern wir sind vom Herrn und Schöp-
fer aller Dinge zu einem bestimmten Zweck
gemacht – daß nämlich unser Leben Ihn lobt
und verherrlicht!
II.
WIE MAN ZUR EHRE GOTTES
LEBT
Was heißt das nun, zur Ehre Gottes leben.
Ist das sehr anstrengend. Nein, im Gegen-
teil, es ist Freude. Ein Leben im Wider-
spruch zum Schöpfer ist ein schweres Le-
ben. Wir sehen doch jeden Tag, wie die
Sünde Menschen verstrickt, ihren Charakter
verdirbt, ihre Beziehungen zerrüttet und
Sinnlosigkeit ihr Dasein bestimmt. Woher
kommt die innere Leere der Menschen. Wa-
rum sind sie so unglücklich. Warum zerstö-
ren sich viele sogar selbst. Weil sie ihre
herrliche Bestimmung und ihr wahres Glück
nicht kennen.
Wenn Tiere leiden, dann sagt man gern, daß
sie nicht „artgerecht“ gehalten werden. Und
wenn Menschen leiden, liegt das daran, daß
sie nicht artgerecht leben – und zwar nicht
nach ihrer Natur, wie Gott sie geschaffen
hat, nämlich zu Ihm hin. Da liegt die Wurzel
des Unglücks, unserer Kaputtheit, unserer
Qual und unseres Elends.
Wenn wir aber artgerecht leben und unserer
ewigen Bestimmung entsprechen, dann ha-
ben wir eine tiefe innere Erfüllung. Zur Ehre
Gottes leben ist nämlich keine Last, sondern
tiefe Beglückung. Darum lesen wir: „Du tust
mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist
Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rech-
ten ewiglich“ (Psalm 16,11). Ein Leben für
Gott ist also Hochgenuß. Deshalb hat Jesus
gesagt: „Ich bin gekommen, damit sie Leben
haben und es im Überfluß haben“ (Johannes
10,10).
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie
kannst du zu dieser Freude in Fülle und zu
dem Leben im Überfluß kommen. Du darfst
dich von deinem von Gott abgewandten Le-
ben bekehren und Christus um Vergebung
bitten. Er schenkt dir ein neues Herz, eine
neue Natur, die auf den lebendigen Gott und
Seinen Sohn Jesus Christus ausgerichtet ist.
Und dann wird es dir eine Freude sein, zur
Ehre des Allmächtigen zu leben!
Denn worin besteht im wesentlichen ein
Leben zur Verherrlichung Christi und Got-
tes. Es besteht als erstes darin, daß wir uns
an Ihm erfreuen
. Gott hat uns nicht erschaf-
fen, um Seine gequälten Sklaven zu sein,
sondern Er hat uns gemacht, damit wir uns
an der Herrlichkeit Seines Charakters er-
freuen und Seine heilige Gegenwart und
Gemeinschaft genießen. Er selbst, Sein Wort
und Sein Gesetz werden unsere Lust und
Wonne sein. Das heißt mit anderen Worten:
Ein Mensch, der seine Freude an Gott hat
und dessen wahres Glück der Allmächtige
ist, der lebt zur Ehre Gottes. Darum sagt die
Bibel: „Die Freude am HERRN ist eure
Stärke“ (Nehemia 8,10). Das ist das Mar-
kenzeichen eines wahren Gläubigen. Sein
Herz jubelt und freut sich in dem Gott seines
Heils. Darum ruft Paulus: „Freuet euch im
Herrn allezeit; und abermals sage ich:
Freuet euch!“ (Philipper 4,4).
Ein Leben zum Ruhme Gottes heißt also
zuallererst, sich an Ihm zu erfreuen. Wir
ehren und preisen Ihn am allermeisten, wenn
Er unser wahres Glück ist und wir an Ihm,
unserem Herrn und Erlöser, ganz und gar
genug haben, wenn Er allein unser Gott ist
und außer Ihm kein anderer mehr in unserem
Leben ist. Wir loben und erheben Ihn, wenn
wir mit Asaph rufen: „Wenn ich nur dich
habe, so frage ich nichts nach Himmel und
Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele ver-
schmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil“ (Psalm
73,25-26).
Unsere Ausgangsfrage war, warum Gott
Menschen erschaffen hat. Die Antwort lau-
tet: Damit sie sich an Ihm erfreuen und in
Ihm tiefe Erfüllung und wahres Glück fin-
den. Wenn das geschieht, gereicht es Ihm
zur Ehre und zum ewigen Ruhm, und der
Zweck des Menschen ist erfüllt.
John Piper hat das in seinem Buch „Sehn-
sucht nach Gott“ so ausgedrückt: „Des Men-
schen Hauptziel ist es, Gott zu verherrlichen
und sich für immer an Ihm zu erfreuen.“
Jawohl, unsere Verheißung ist: „Ihr werdet
euch aber freuen mit unaussprechlicher und
herrlicher Freude“ (1. Petrus 1,8). Die
wünsche ich dir in dieser Zeit und in Ewig-
keit. Amen!
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Der Kanzeldienst So. 13.01.2008 / 09.30 Uhr
III.
WAS MIT DEM EBENBILD GOT-
TES GEMEINT IST
Wir haben die Frage erörtert, wozu Gott den
Menschen gemacht hat, zu welchem Zweck
und Ziel. Nun wollen wir darüber sprechen,
mit welcher Beschaffenheit Gott den
Mensch erschuf. Wir haben ja gelesen, daß
Er ihn nach Seinem eigenen göttlichen Bild
geschaffen hat. Was ist damit gemeint. Es
bedeutet, daß er Ihm ähnlich ist. In 1. Mose
1, 26 heißt es wörtlich: „Und Gott sprach:
Laßt uns Menschen machen in unserm Bild,
uns ähnlich
!“ – also nicht identisch, sondern
ähnlich. Wir sind nicht mit Gott gleich, aber
wir sind ein Gleichnis von Ihm. Wir sind
nicht Gott, aber wir sind eine Ablichtung
von Ihm. Wir spiegeln Ihn wider, wir reflek-
tieren Ihn und Sein Wesen und Seine Herr-
lichkeit.
In welchen Bereichen tun wir das. Gott ist
ein moralisches Wesen, und wir sind es
auch. Wir haben anders als die Tiere einen
inneren Sinn für Gut und Böse. Und wenn
wir nach Gottes moralischen Standards le-
ben und handeln, dann spiegeln wir unsere
Ebenbildlichkeit mit Ihm wider. Wenn wir
Liebe üben und nach Gerechtigkeit streben,
dann zeigen wir etwas von Gottes Wesen.
Auch bestehen wir Menschen nicht nur aus
einem physischen Leib, sondern wir sind
auch Geist, wie Gott auch Geist ist. Darum
kann Er mit uns in Beziehung treten, zu uns
reden und Gemeinschaft mit uns haben. Gott
hält auch Seine Hand so über den Geist aller
Menschen, daß sie nicht sterben, wie auch
Er selbst unsterblich ist.
Dann sind da auch die intellektuellen Aspek-
te. Wir können logisch denken und forschen.
Wir können schöpferisch wirken, wie es
auch Gott getan hat. In all diesen Dingen
unterscheiden wir uns eindeutig von der üb-
rigen Kreatur. Ja, wir sind nach Gottes Bild
geschaffen. Welch eine herausragende Stel-
lung ist das! Darum hat Gott auch keinem
anderen als nur dem Menschen den Auftrag
gegeben, über Seine Schöpfung zu herr-
schen.
IV.
DER SÜNDENFALL UND DIE
EBENBILDLICHKEIT
Nun lehrt uns die Bibel, daß es nach der Er-
schaffung des Menschen eines Tages eine
schreckliche Katastrophe gab. Das erste
Menschenpaar wollte nicht mehr zur Ehre
Gottes leben und sich nicht mehr an Ihm
erfreuen, sondern sie sündigten. Gott kann
aufgrund Seiner heiligen Natur natürlich
nicht sündigen, denn Er ist heilig und rein.
Was geschah nun mit der Ebenbildlichkeit,
als der Mensch sündigte. Gottes Wort er-
klärt uns eindeutig, daß trotz des Sündenfalls
von dem herrlichen Abbild Gottes im Men-
schen noch etwas übriggeblieben ist. Vieles
und Wesentliches ging verloren. Aber bis
zum heutigen Tage ist im Persönlichkeits-
bild des Menschen noch so viel von Gott
geblieben, daß es ihn immer noch wesentlich
vom Tier unterscheidet.
Das wird ganz deutlich bei Noah. Er bekam
nach der Sintflut von Gott die Autorität, fol-
genden Grundsatz aufzustellen: „Wer Men-
schenblut vergießt, dessen Blut soll auch
durch Menschen vergossen werden“ – ein
Hinweis auf die Strafe mit dem Tod – „denn
Gott hat den Menschen zu seinem Bilde ge-
macht“ (1. Mose 9,6). Warum soll niemand
Menschenblut vergießen. Weil der Mensch
nach wie vor von Gott angesehen wird als
„nach Seinem Bilde geschaffen“ und weil
der Allmächtige immer noch Sein eigenes
Gleichnis in ihm sieht. Das bedeutet: Wenn
ein Mensch einen anderen umbringt, ist das
nicht nur ein Verbrechen am Nächsten, son-
dern zugleich auch eine direkte Attacke ge-
gen Gott, der ihn gemacht hat. Denn jeder
Mensch, einerlei wie tief er gefallen ist, trägt
immer noch das Bild Gottes an sich.
Hier und nur hier liegt der Grund für die
Würde des Menschen. Oft hört man ungläu-
bige Leute von der Würde des Menschen
sprechen. Wie kommen sie eigentlich dazu.
Wieso gibt der Mensch sich selbst eine be-
sondere Würde über alle andere Kreatur. Er
ist doch nur einer unter vielen. Er schlachtet
Tiere, macht Versuche mit ihnen, quält sie,
verarbeitet und verspeist sie. Warum gibt der
Mensch nur sich selbst eine Würde und nicht
gleichermaßen auch den Kühen und
Schweinen. Warum dürfen sie nicht bean-
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Wozu der Mensch geschaffen ist / Zum Bilde Gottes schuf Er ihn
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spruchen, was uns recht und billig ist. Weil
der Mensch sich edler fühlt. Weil er intelli-
genter ist. Weil das Recht des Stärkeren
bestimmt, wem Würde zu verleihen ist. Wie
kommt ein erklärter Gottesgegner denn da-
zu, sich wertvoller zu schätzen als alle ande-
ren Lebewesen.
Weil eine gottlose Gesellschaft in der Tat
keinerlei Begründung dafür hat, sich selbst
eine besondere Würde zu verleihen, darum
hat das Gerede davon auch nur sehr wenig
Wert. Schließlich sehen wir doch jeden Tag,
wie sehr sich der Mensch gegenseitig „wür-
digt“, indem er lügt, betrügt, erpreßt, hinter-
geht, raubt, schlägt, vergewaltigt, mordet
und Blut vergießt. Eine sich selbst verliehe-
ne Würde hat den Menschen noch nie davon
abgehalten, seinen Nächsten zu schädigen
und ihn kaputtzumachen.
Das wird erst anders, wenn wir verstehen,
woher wir wirklich eine höhere Würde ha-
ben als alle andere Kreatur. Erst wenn wir
begreifen, daß in einem jeden Menschen das
Bild Gottes zu sehen ist, werden wir Respekt
gewinnen und zurückschrecken, unserem
Nächsten Böses zu tun. Erst wenn wir er-
kennen, daß unser Gegenüber nach dem Bil-
de Gottes geschaffen ist, werden wir ihn
nicht mehr antasten.
Hier fängt die Bekämpfung von Rassismus
an und nicht mit substanzlosen politischen
Parolen von der Würde des Menschen. Wer
ausnahmslos in jedem Menschen, unabhän-
gig von Rasse, Geschlecht, Religion, Bil-
dung oder Alter, das Siegel Gottes sieht, der
wird Ehrfurcht vor jedem menschlichem
Leben haben – auch vor dem ungeborenen.
Auch der kleinste Embryo im Mutterleib hat
eine unantastbare Menschenwürde, weil
auch dieses kleine Wesen von Anfang an
nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. Das
ist die Ethik der Heiligen Schrift. Das ist die
Würde, die der Mensch hat – nicht aus sich
selbst, sondern gegeben und bestimmt von
seinem Schöpfer.
Aber nun müssen wir natürlich auch davon
sprechen, inwiefern seit dem Sündenfall das
Ebenbild Gottes in uns gelitten hat. Es be-
steht zwar weiter, aber es ist entstellt, de-
formiert und zerquetscht. Durch die Sünde
haben wir unsere moralische Reinheit verlo-
ren, und wir spiegeln nicht mehr Gottes hei-
ligen Charakter wider. Unser Intellekt ist
durch Falschheit verdorben, und unsere Ge-
danken und Worte verherrlichen nicht mehr
unseren Schöpfer. Unsere Beziehungen sind
korrupt geworden, sie werden bestimmt von
unserem Egoismus und nicht von Liebe und
Selbstlosigkeit. Wir sind noch Ebenbild Got-
tes, aber wir haben es verkehrt. Die Bibel
sagt: „Gott hat den Menschen aufrichtig
geschaffen; sie aber haben viele Ränke ge-
sucht“ (Prediger 7,29).
Und diese unsere sündigen Ränke haben
auch unsere Beziehung zu unserem Schöpfer
zerstört. Unsere Sünde trennt uns von Ihm.
Und wenn sie nicht aus dem Weg geschafft
wird und das Ebenbild Gottes in uns voll
wiederhergestellt wird, bleiben wir von Ihm
auf ewig getrennt. Dann sind wir für immer
verloren. Dann ist Verdammnis unser Teil.
Das sagt uns die Bibel ganz unmißverständ-
lich. Wenn wir nicht wieder ganz und gar
unserem Gott ähnlich werden, gibt es keine
Hoffnung – weder in diesem noch im zu-
künftigen Leben.
V
. WO DIE ERNEUERUNG HER-
KOMMT
Aber es gibt frohe Botschaft! Es gibt Hoff-
nung. Es gibt einen Weg zur Wiederherstel-
lung des gefallenen Menschen, zur Erneue-
rung des Ebenbildes Gottes in uns. Das be-
werkstelligt unser Vater im Himmel da-
durch, daß Er Seinen geliebten Sohn Jesus
Christus zu uns gesandt hat und unsere Sün-
de mit ans Kreuz nahm. Dort erlitt Er stell-
vertretend Strafe und Gericht für unsere
Sünde. Aber Jesus hat allen Glaubenden
nicht nur ihre Ungerechtigkeit abgenommen,
sondern im Gegenzug hat Er ihnen oben-
drein auch noch Seine Gerechtigkeit ge-
schenkt. Das ist der Status der Erlösten, de-
rer, die von neuem geboren sind und die sich
bekehrt haben.
Und von da an beginnt der Heilige Geist mit
der Wiederherstellung des Ebenbildes Got-
tes. Wie macht Er das. Er zeigt uns Jesus
Christus, den reinen, sündlosen Menschen-
sohn und Gottessohn, denn Er entspricht
ganz und gar dem Bilde Gottes, „Er ist der
Abglanz seiner Herrlichkeit“ (Hebräer 1,3).
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Der Kanzeldienst So. 13.01.2008 / 09.30 Uhr
In niemandem ist das Bild Gottes so voll-
kommen und herrlich zu sehen wie in Jesus.
Jesus ist das getreuste Ebenbild des Wesens
Gottes. Es heißt z. B. von Ihm: „Welcher
das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist,
der Erstgeborene aller Kreatur“ (Kolosser
1,15). Ihn hat Gott für uns zum Standard und
zum Muster gemacht. Wenn wir werden wie
Er, dann ist das geschundene Ebenbild Got-
tes in uns wiederhergestellt und sogar auch
auf ewig gesichert. Aber wie können wir in
dieses herrliche Bild Christi verwandelt
werden.
Vor der Tür meines Neffen Pastor Markus
Brandt in Kanada stand kürzlich ein fremder
Mann. Ohne zu grüßen fragte er frei heraus:
„Kann sich ein Mensch selber ändern.“
„Niemals“, kam es postwendend zurück.
„Dann habe ich keine Hoffnung mehr“, rief
der Fremde, und er weinte bitterlich. Dar-
aufhin sagte Markus erschrocken: „Kein
Mensch kann sich selber ändern, aber Gott
kann es!“ Er nahm den Drogensüchtigen mit
ins Haus und betete mit ihm. Der Mann zog
anschließend fröhlich seine Straße.
Niemand kann sich selber in das Bild Jesu
hinein verändern. Das kann nur Gott. Und Er
tut es auch. Denn wir lesen: „Wir …werden
umgewandelt in dasselbe Bild, von Herrlich-
keit zu Herrlichkeit, nämlich von des Herrn
Geist“ (2. Korinther 3,18). Nicht durch uns,
sondern durch den Geist des Herrn, vermit-
telt durch das Wort, geschieht es. Und dieses
Werk wird Gott an allen Seinen Kindern
vollenden. Denn „die er ausersehen hat, die
hat er auch vorherbestimmt, daß sie gleich
sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit
dieser der Erstgeborene sei unter vielen
Brüdern“ (Römer 8,29). Und Johannes sagt:
„Wenn es offenbar wird, werden wir ihm
gleich sein“ (1. Johannes 3,2). Der Apostel
Paulus schreibt außerdem: „Und wie wir
getragen haben das Bild des irdischen, so
werden wir auch tragen das Bild des himm-
lischen“ (1. Korinther 15,49).
Ja, wir werden sein wie Jesus – so rein, so
heilig, so gerecht, so voller Liebe, Geduld
und Sanftmut, ja auch voller Wahrheit und
Gerechtigkeit wie Er. Das zerstörte Ebenbild
Gottes wird wiederhergestellt, und wir wer-
den wohnen in Seiner Herrlichkeit für im-
mer. Halleluja.
Hast du Sehnsucht, ein anderer Mensch zu
werden, und du schaffst es nicht. Vertraue
dich Jesus an und Seinem wunderbaren Hei-
ligen Geist. Gott wird durch diesen Seinen
Geist dein Herz und Leben verändern in das
Bild Jesu und Gottes hinein, daß du hier in
dieser Zeit und auch in Ewigkeit dich wieder
ungetrübt freuen kannst an dem Herrn, dei-
nem Gott und deinem Erlöser. Welch ein
Heil, welch ein Glück ist der Rettungs- und
Heilsplan des lebendigen Gottes, verfaßt in
der Bibel – ein Gruß vom Himmel, daß wir
Hoffnung und ewiges Leben bei Gott haben,
weil unser geschundenes Ebenbild von Gott
wiederhergestellt wird in Reinheit und Herr-
lichkeit – mehr noch, als es jemals gewesen
ist. In Jesu wunderbarem Namen. Amen!
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