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ANZELDIENST
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R E D I G T A U S D E R
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R C H E
Sonntag, den 20.01.2008 um 9.30 Uhr
Mann und Frau – Ebenbild Gottes
Von Pastor Wolfgang Wegert ©
Bibeltext: „Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn;
männlich und weiblich schuf er sie.“ (1. Mose 1,27)
„Ich lasse euch aber wissen, daß Christus das Haupt eines jeden Mannes ist;
der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.“
(1. Korinther 11,3)
Wir sprechen heute weiter über den Men-
schen als das Ebenbild Gottes. Jeder Mensch
trägt das Bild Gottes in sich. Wir finden es
in jedem Mann, in jeder Frau und in jedem
Kind.
Nun macht unser Vers auf einen weiteren
ganz wichtigen Aspekt der Ebenbildlichkeit
aufmerksam – nämlich daß Adam und Eva
als Mann und Frau in ihrer Gemeinsamkeit
das Bild Gottes widerspiegeln, denn wir
haben gelesen: „Zum Bilde Gottes schuf er
ihn; männlich und weiblich….“
Inwiefern vervollständigen erst beide, Mann
und Frau gemeinsam, das Bild Gottes. Das
wollen wir uns jetzt anschauen.
I.
MANN UND FRAU SPIEGELN DIE
INNERGÖTTLICHE GEMEINSCHAFT
WIDER
Wir stoßen in der Bibel immer wieder auf
das Geheimnis der Dreieinigkeit Gottes. Da
ist der Vater, der Sohn und der Heilige
Geist, und die drei sind nicht drei Götter,
sondern ein Gott. Das ist wohl der Grund,
warum Gott in der Schöpfungsgeschichte
spricht: „Lasset uns Menschen machen, ein
Bild, das uns gleich sei“ (1. Mose 1,26).
Vater, Sohn und Heiliger Geist stehen für
eine herrliche, innergöttliche Gemeinschaft,
für dauerhafte Liebe, Harmonie und Treue.
Als Himmel und Erde noch nicht geschaffen
waren und auch die Engelwelt noch nicht
existierte, bestand bereits diese tiefe, innige
Beziehung innerhalb der Trinität Gottes.
Und Gott schuf Mann und Frau und stiftete
die Ehe als Schöpfungsordnung, weil sich in
ihr die heilige Gemeinschaft der Trinität
Gottes abbilden sollte. Es gibt zwischen
Menschen keine innigere und tiefere Ge-
meinschaft als die zwischen Mann und Frau.
Sie sind quasi zwei in einem. Sie sind nicht
nur ein Fleisch, sondern als Glaubende auch
eins im Geist.
So wie die Beziehung zwischen Vater, Sohn
und Heiliger Geist dauerhaft, ja ewig ist, ist
auch der Ehebund nicht für eine vorüberge-
hende Zeitspanne gedacht, sondern auf Le-
benslänge angelegt. Und so, wie die Einheit
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen
Geistes felsenfest und unzerstörbar ist, soll
auch die Einheit in der Ehe unauflöslich
sein. Weil in Gottes Wesen absolute Treue
ist, darum verkündet Er: „Ich hasse die Ehe-
scheidung …darum hütet euch in eurem
Geist und seid nicht treulos!“ (Maleachi
2,16).
Der Vater steht treu zu Seinem Sohn, der
Sohn steht treu zum Vater. Der Heilige Geist
ist treu in dem, was Vater und Sohn Ihm als
Sendeauftrag gegeben haben. Somit macht
Gott sich selbst zum Vorbild, ja zum Wesen
dessen, was wir als Menschen in unserem
Mannsein und Frausein, d. h. in unserer Ehe,
abbilden dürfen und auch abbilden sollen.
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Der Kanzeldienst So. 20.01.2008 / 09.30 Uhr
II.
MANN UND FRAU SPIEGELN DIE
INNERGÖTTLICHE GLEICHWER-
TIGKEIT WIDER
Die Ehe entspricht auch deswegen dem E-
benbild Gottes, weil sie die Gleichwertigkeit
der göttlichen Personen in der Trinität wi-
derspiegelt. So wie Vater, Sohn und Heiliger
Geist untereinander gleiche Wertigkeit,
nämlich Göttlichkeit, besitzen, so sind auch
Mann und Frau gleichwertig geschaffen. Sie
haben vor Gott gleiche Wichtigkeit, gleiche
Bedeutung und gleichen Wert, und darin
reflektieren sie die Schönheit des göttlichen
Charakters.
Mann und Frau sind gleichermaßen nach
dem Bilde Gottes geschaffen. Deshalb ist
jeder Stolz, nach dem Motto: „Ich bin ein
Mann“, fehl am Platz. Und jedes Gefühl der
Unterlegenheit, nach dem Motto: „Ich bin ja
nur eine Frau“, ist ebenfalls überflüssig.
Männer sind nicht besser, wichtiger oder
würdiger als Frauen und umgekehrt ebenso-
wenig. Keines der Geschlechter ist wertvol-
ler oder geringer als das andere. Jeder
Mensch – einerlei welchen Geschlechtes –
hat vor Gott die gleiche Wertigkeit und
Würde. Dieser göttliche Grundsatz zeichnet
von Anfang an die Bibel aus – ganz im Ge-
gensatz zu vielen anderen Kulturen und Re-
ligionen.
Weil also Vater, Sohn und Heiliger Geist
gleichen göttlichen Wert haben, darum woll-
te Gott dieses Ideal der gleichen Würde auch
in Seinem Ebenbild verankern. Das heißt,
wenn wir als Menschen tatsächlich unsere
Ähnlichkeit mit Gott ausdrücken wollen,
dann tun wir das, indem wir Männer unsere
Frauen würdigen, sie ehren und lieben und
umgekehrt ebenso. Paulus schreibt: „In dem
Herrn ist weder die Frau etwas ohne den
Mann noch der Mann etwas ohne die Frau;
denn wie die Frau von dem Mann, so kommt
auch der Mann durch die Frau; aber alles
von Gott“ (1. Korinther 11,11-12). Daher
auch der Aufruf der Bibel: „Einer achte den
anderen höher als sich selbst“ (Philipper
2,3).
Deshalb gibt es keinen Grund für Geschlech-
terkampf, keinen Machtkampf zwischen
Mann und Frau, aber es gibt Grund zur ge-
genseitigen Ehrerbietung. So wie Gott will,
daß wir Vater, Sohn und Heiligen Geist glei-
chermaßen ehren, so will Er, daß wir auch
Mann und Frau gleichermaßen als Gottes
Ebenbild wertachten. Darum lautet die bibli-
sche Ermahnung an die Männer: „Erweiset
euren Frauen Ehre als solchen, die ebenfalls
Miterben der Gnade des Lebens sind“ (1.
Petrus 3,7). Und umgekehrt: „Die Frau aber
ehre den Mann“ (Epheser 5,33).
Daß Gott der Persönlichkeit von Mann und
Frau die gleiche Wertschätzung beimißt,
kommt in vielen anderen Bibelworten zum
Ausdruck. Denken wir nur an die Pfingst-
verheißung, in der es heißt: „Eure Söhne
und eure Töchter sollen weissagen, …und
auf meine Knechte und auf meine Mägde
will ich in jenen Tagen von meinem Geist
ausgießen, und sie sollen weissagen“ (Apos-
telgeschichte 2,17-18). Gott gibt sowohl
Männern als auch Frauen Gaben des Geistes
zur Auferbauung der Gemeinde. Gott hat
Seine herrlichen Charismen an die ganze
Gemeinde verteilt, an Männer und Frauen.
Darum heißt es: „Ein jeder diene mit der
Gabe, die er empfangen hat, als die guten
Haushalter der mancherlei Gnade Gottes“
(1. Petrus 4,10). Daraus geht selbstverständ-
lich hervor, daß nicht jeder die gleichen Ga-
ben hat, daß sie aber so weit und breit ver-
teilt sind, daß sowohl Männer und Frauen
von Gott bedacht sind, Ihm als Seine Kinder
zu dienen. Paulus bringt diese Botschaft von
Gottes Ebenbild, das sich in Mann und Frau
gleichermaßen manifestiert, mit den Worten
auf den Punkt: „Hier ist nicht Jude noch
Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier,
hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid
allesamt einer in Christus Jesus“ (Galater
3,28).
Welche Konsequenzen ziehen wir nun aus
dieser Lehre. Eine Frau wird nicht gezüch-
tigt und nicht geschlagen. Sie wird nicht
herabgesetzt und nicht entwürdigt, und man
entzieht ihr auch nicht Bildung und Wissen.
Nein, die Bibel sagt vielmehr in dem be-
rühmten Lobpreis auf die Frau in Sprüche
31: „Kraft und Würde ist ihr Gewand ….und
freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zun-
ge“ (V.25). Die Frau ist Ebenbild Gottes,
und deshalb vergeht man sich nicht an ihr
und betrügt sie auch nicht, sondern man ver-
ehrt und liebt sie – und das in Treue, das
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Mann und Frau – Ebenbild Gottes / Meine Verantwortung als Mann
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ganze Leben lang. Und umgekehrt begegnet
die Frau ihrem Mann ebenfalls mit Ehr-
furcht, sie ist nicht falsch, listig und hinter-
hältig, sondern aufrichtig in ihrer lebenslan-
gen Liebe und Treue.
Wer auf diesem Gebiet als Mann oder Frau
versagt hat, darf sich zu Gott bekehren.
Wenn wir aneinander gesündigt haben und
das Ebenbild Gottes verdorben haben, das
wir auch als Mann und Frau sein sollten,
dann dürfen wir zu Jesus kommen und Ihn
bitten, daß Er uns reinigen möge durch Sein
teures Blut.
III.
MANN UND FRAU SPIEGELN
DIE INNERGÖTTLICHE VERSCHIE-
DENHEIT WIDER
Die Trinität spiegelt aber nicht nur ihre
Gleichheit, sondern auch ihre Verschieden-
heit wider. Und die Beziehung von Mann
und Frau soll auch in dieser Hinsicht, näm-
lich in der Verschiedenheit ihrer Rollen,
gelebt werden. Denn Mann und Frau sind
zwar gleichwertig, aber sie sind nicht
gleichartig. Und genau darin ist uns die Tri-
nität Gottes ein herrliches Vorbild.
Vater, Sohn und Heiliger Geist sind absolut
gleichwertig. Sie besitzen alle drei ohne Un-
terschied Göttlichkeit. Und dennoch hat der
Vater größere Autorität. Er hat die Leiter-
schaft unter den Mitgliedern der Dreieinig-
keit. In der Schöpfung spricht und befiehlt
Gott, der Vater, der Sohn führt aus, und der
Heilige Geist begleitet es durch Seine erhal-
tende Gegenwart. Paulus beschreibt das so:
„So haben wir doch nur einen Gott, den
Vater, von
dem alle Dinge sind; und einen
Herrn, Jesus Christus, durch
den alle Dinge
sind“ (1. Korinther 8,6).
In der Erlösung haben wir das gleiche Prin-
zip. Der Vater sendet Seinen Sohn in die
Welt. Der Sohn gehorcht dem Vater und
stirbt am Kreuz für unsere Sünden. Und
dann senden der Vater und der Sohn den
Heiligen Geist, um das vollbrachte Erlö-
sungswerk an den Herzen von Menschen
anzuwenden und sie zu Christus zu ziehen.
Wir sehen nicht drei unterschiedliche Wer-
tigkeiten innerhalb der Gottheit, aber wir
sehen drei verschiedene Rollen, die nicht
austauschbar sind.
Dieser Grundsatz kommt auch bei Mann und
Frau zum Vorschein, wenn sie beide das
Ebenbild Gottes darstellen. Das betont die
Bibel an vielen Stellen, z. B. sagt der Apos-
tel Paulus: „Ich lasse euch aber wissen, daß
Christus das Haupt eines jeden Mannes ist;
der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott
aber ist das Haupt Christi“ (1. Korinther
11,3).
Gott, der Vater, ist das Haupt Christi. Dabei
fühlt Jesus sich nicht minderwertig. Denn Er
ist Gott, ebenso wie der Vater Gott ist. Aber
Er anerkennt die Leiterschaft des Vaters
innerhalb der Gottheit. Das ist die göttliche
Ordnung. Und wenn wir Ebenbild Gottes
sind, dann kommt diese Ordnung auch in
unserer Ehe zum Ausdruck. Dabei gibt es
kein Problem mit der biblischen Aussage,
daß der Mann das Haupt der Frau ist. Eben-
sowenig wie die Unterordnung Christi unter
den Vater eine herabsetzende Zweitklassig-
keit bedeutet, so ist auch die Stellung der
Frau innerhalb der Ehe niemals als Deklas-
sierung oder Erniedrigung anzusehen. Mann
und Frau haben lediglich verschiedene Auf-
gaben. Wegen der unterschiedlichen Rollen,
die der Vater, der Sohn und der Heilige
Geist innehaben, kommt es niemals zu
Spannungen in der Gottheit. Nein, da ist
Friede, Harmonie, Liebe und unzerstörbare
Einheit. Und so dürfen wir auch in unserer
Ehe in unserer Gleichwertigkeit, aber auch
in unserer Unterschiedlichkeit und Beru-
fung, die Gott uns als Mann und als Frau
gegeben hat, Ihn verherrlichen.
IV
. DIE VERANTWORTUNG ALS
MANN
Dazu der Predigttext aus 1. Korinther 11, 3:
„Ich lasse euch aber wissen, daß Christus
das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann
aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist
das Haupt Christi.“
Was ist Schlimmes daran, daß Christus ein
Haupt über sich hat. Ist Christus, unser
Herr, deswegen weniger wert. Nein, absolut
nicht! Und was ist Schlimmes daran, daß die
Frau ein Haupt über sich hat. Ist sie deswe-
gen weniger wert. Nein, absolut nicht. Die
Bibel sieht eine Analogie in beidem und eine
gesegnete Ordnung darin.
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Der Kanzeldienst So. 20.01.2008 / 09.30 Uhr
Wenn von dem Mann als Haupt gesprochen
wird, müssen wir uns das näher anschauen
und lernen, wie die Bibel ihn sieht.
Wir lesen in der Schöpfungsgeschichte, daß
Gott Adam zuerst geschaffen hat, und erst
eine gewisse Zeit später wurde ihm die Frau
erschaffen. „Da ließ Gott der Herr einen
tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und
er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rip-
pen und schloß die Stelle mit Fleisch. Und
Gott der Herr baute eine Frau aus der Rip-
pe, die er von dem Menschen nahm, und
brachte sie zu ihm“ (1. Mose 2,21-22).
Aus dieser Reihenfolge der Erschaffung lei-
tet Paulus die Führungsrolle des Mannes ab
und sagt: „Denn Adam wurde zuerst ge-
macht, danach Eva“ (1. Timotheus 2,13).
Dieses Prinzip wird uns in der Bibel folge-
richtig auch anhand des Erstgeburtsrechts
gezeigt. So wie es Gott gefiel, jeweils dem
erstgeborenen Sohn einen Vorrang zu geben,
so gefiel es Ihm in Seiner souveränen
Schöpfungsgewalt auch, den Mann als das
Haupt zu bestimmen.
Diese Ordnung begründet der Apostel auch
damit, daß die Frau auf Adam hin geschaf-
fen wurde. Denn es heißt im Schöpfungsbe-
richt: „Und Gott der Herr sprach: Es ist
nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will
ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei“
(1. Mose 2,18). Daraus leitet Paulus ab und
schreibt: „Und der Mann ist nicht geschaf-
fen um der Frau willen, sondern die Frau
um des Mannes willen“ (1. Korinther 11,9).
Wir mögen das alles aus der heutigen Welt-
sicht bestreiten, aber wenn wir ganz objektiv
den Befund der Heiligen Schrift sprechen
lassen, kommen wir an diesen Worten nicht
vorbei. Gott hat den Mann zum Leiter ge-
setzt.
Das geht auch daraus hervor, daß Er Eva den
Namen Adams gegeben hat. Wir lesen:
„Und Gott schuf sie als Mann und Frau und
segnete sie und gab ihnen den Namen
»Mensch« (wörtlich: Adam)“ (1. Mose 5,2).
Der Familienname, den Gott dem ersten
Ehepaar gab, lautete also nicht Eva, sondern
Adam. Er war Herr Adam, und sie war Frau
Adam. Von daher leitete sich wohl auch der
Gebrauch ab, daß die Frau bei der Ehe-
schließung den Namen ihres Mannes an-
nahm. Also auch der Familienname, den
beide tragen sollten, deutet auf die Füh-
rungsrolle des Mannes hin.
V
. DIE KONSEQUENZ DARAUS
Vielleicht rühmen sich jetzt einige Männer,
und es schwillt ihnen die Brust an. Bitte seid
nicht so voreilig. Denn die Stellung, die Gott
euch innerhalb von Ehe und Familie gege-
ben hat, bringt Konsequenzen mit sich.
Wer fing im Garten Eden eigentlich mit der
Sünde an. Wer nahm als erstes die verbote-
ne Frucht und aß. Ich höre einen Mann flüs-
tern: „Natürlich die Frau!“ Und das stimmt
auch: Nicht Adam war der erste Sünder,
sondern Eva. Aber als Gott den ersten bei-
den Menschen nach dem Sündenfall begeg-
nete, rief Er nicht: „Eva, wo bist du.“, son-
dern: „Adam, wo bist du.“ (1. Mose 3,9).
Wen machte Gott also für die ganze Ge-
schichte verantwortlich. Den Mann! Wa-
rum. Weil Gott ihn zum Leiter seiner Fami-
lie gesetzt hatte. Deshalb war Adam nicht
nur für sein eigenes Handeln verantwortlich,
sondern auch für das seiner Frau und weiter-
gehend auch für das seiner Kinder.
So ist es auch heute noch. Wenn es in einem
Ministerium in einer unteren Abteilung zu
Unregelmäßigkeiten oder Fehlern kommt,
wird in den meisten Fällen der Minister da-
für verantwortlich gemacht und muß seinen
Hut nehmen, auch wenn er von dem Treiben
seiner Schreiberlinge gar nichts wußte. Ge-
nau so war das auch beim Sündenfall – Eva
sündigte, und Adam mußte Rede und Ant-
wort stehen.
Auch das Neue Testament macht keinen
Hehl daraus, daß die Menschen nicht wegen
Eva, sondern wegen Adam als Sünder ge-
rechnet werden. Der Römerbrief erklärt uns:
„Durch des einen Sündenfall sind die vielen
gestorben“ (Römer 5,15). Es steht dort nicht
„durch den Sündenfall der einen“ und auch
nicht „durch den Sündenfall der beiden“,
sondern „durch den Sündenfall des einen
“.
Gemeint ist selbstverständlich Adam, wie
der erste Korintherbrief auch explizit sagt:
„Denn wie sie in Adam alle sterben“ – auf-
grund der Sünde – „so werden auch in
Christus alle lebendig gemacht“ (1. Korin-
ther 15,22). Wir sehen auch hier, daß Adam
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Mann und Frau – Ebenbild Gottes / Meine Verantwortung als Mann
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in seiner Eigenschaft als Leitfigur zur Re-
chenschaft gezogen wird. Das ist die Konse-
quenz der Führungsrolle des Mannes.
Wir sehen heute häufig eine Mentalität, aus
der heraus auch christliche Ehemänner ihre
Hände in Unschuld waschen, wenn ihre
Frauen ein liederliches Leben führen. Sie
sagen einfach: „Da kann ich ja nichts dafür!“
– so nach dem Motto Kains: „Soll ich mei-
nes Bruders Hüter sein.“ (1. Mose 4,9).
Und der Ehemann meckert: „Soll ich der
Hüter meiner Frau sein.“ Ja, nach Gottes
Schöpfungsordnung sollst du das! Du bist
von Gott dazu berufen, dich um deine Frau
zu kümmern – um ihr leibliches, geistliches
und emotionales Wohlergehen. Du trägst
Verantwortung, daß sie durch dein christli-
ches Vorbild gerne ein Gott wohlgefälliges
Leben führt.
Darum stellt der Apostel ein wesentliches
Kriterium für leitende Mitarbeiter in der
Gemeinde auf. Es kann nur der ein Ältester
oder Diakon sein, „der seinem eigenen Haus
gut vorsteht …Denn wenn jemand seinem
eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie
soll er für die Gemeinde Gottes sorgen.“ (1.
Timotheus 3,4-5). Auch hier wird deutlich,
daß Glück und Segen einer Ehe und Familie
wesentlich von der Art der Führung des Fa-
milienoberhauptes abhängt. Er soll ein Pries-
ter Gottes in der Familie sein und alle Kraft
darauf wenden, die Seinen mit Liebe und
Weisheit zu einem göttlichen Leben zu füh-
ren. Gott schenke uns mehr diese Art christ-
licher Männer, die nicht die Untergebenheit
ihrer Frauen einfordern, sondern die ihren
Vorrang in der Pflicht sehen, als Leitperson
vorbildlich in den Tugenden des christlichen
Glaubens voranzugehen, damit Frau und
Kinder ihnen freudig folgen können!
Daß auch christliche Familien zerrüttet sind,
hängt sehr häufig damit zusammen, daß der
Mann sich nicht in der Gottseligkeit übt und
sich selbst und seine Unarten nicht in den
Griff bekommt, daß er sich nicht Gott weiht
und Christus nicht sein wirkliches Haupt ist,
sondern er sich selber lebt. Und dann mag
ihm keiner mehr folgen, auch die Kinder
nicht. Da haben wir dann ein Problem. Wir
sehen daran, wie wichtig es für die Familie
ist, daß der Mann seine Rolle verantwortlich
wahrnimmt.
VI
. DAS VORBILD DES MANNES
Wenn wir als Männer nun eine solch schwe-
re Aufgabe durch Gottes Schöpfung zuge-
ordnet bekommen haben, wer kann uns hel-
fen. Wer ist unser Vorbild. Adam hat ver-
sagt. Er glaubte, sich aus der Verantwortung
stehlen zu können, indem er einfach Eva
beschuldigte. „Das Weib, das du mir zuge-
sellt hast, gab mir von dem Baum, und ich
aß“ (1. Mose 3,12). Genauso reden viele
Männer heute – auch christliche. Sie sagen:
„Ich bin ausgerastet, weil meine Frau mich
provoziert hat!“ Immer und immer hat Eva
schuld. Ist das bei dir zu Hause auch so. Das
ist das Adamsprinzip –Boß sein wollen, aber
keine Verantwortung übernehmen.
Laßt uns besser das richtige Vorbild an-
schauen. Das ist Jesus! Paulus versteht die
Ehe als ein Gleichnis. Sie soll nämlich die
herrliche Beziehung, die Christus zu Seiner
Gemeinde hat, abbilden. Christus ist der
Bräutigam, der Ehemann, und die Gemeinde
ist die Braut, die Ehefrau. Diese Erkenntnis
überwältigte den Apostel so sehr, daß er von
einem großen Geheimnis sprach (Epheser
5,32). Und in diesem Geheimnis zeigt er die
Führungsrolle des Mannes in der Ehe, so wie
Christus die Führungsrolle in der Gemeinde
hat, und schreibt folgende herausfordernden
Worte: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie
auch Christus die Gemeinde geliebt hat und
hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie
zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das
Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich
stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und
keinen Flecken oder Runzel oder etwas der-
gleichen habe, sondern die heilig und unta-
delig sei. So sollen auch die Männer ihre
Frauen lieben“ (Epheser 5,25-28).
Worin bestand und besteht die Liebe Christi
zu Seiner Braut und Gemeinde. Er hat sich
für sie aufgeopfert. Er hat alles in sie inves-
tiert, bis hin zu Seinem Blut und Leben. Er
hat die Gemeinde nicht beschuldigt, sie we-
gen ihrer Sünden und Fehler gerichtet und
verdammt, sondern Er hat die Schuld Seiner
„Frau“ auf sich genommen, dafür verant-
wortlich gezeichnet und sie ans Kreuz getra-
gen. So leb auch du in deiner Ehe das Evan-
gelium aus, indem du verzeihst, nicht nach-
trägst und geduldig bist.
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Der Kanzeldienst So. 20.01.2008 / 09.30 Uhr
Wie die Liebe ist, mit der Christus liebt, ist
in 1. Korinther 13 aufgezählt. Hier Auszüge:
„Die Liebe ist langmütig und freundlich, die
Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht
Mutwillen …sie verhält sich nicht ungehö-
rig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich
nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu
…sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft
alles, sie duldet alles“ (V.4-7).
Und es wird von der Liebe auch gesagt: „Sie
freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie
freut sich aber an der Wahrheit“ (V.6). Na-
türlich spricht ein christlicher Ehemann mit
seiner Frau auch über ihre Sünden, denn er
kann sich nicht über Ungerechtigkeit freuen.
Er hört aber auch gerne zu, wenn die Frau
mit ihm über seine Unarten spricht. Er stellt
sich selbst unter Christus, sein Haupt, und
bemüht sich, Ihm in seinem Wesen immer
ähnlicher zu werden. Und dann setzt er alles
daran, seine geliebte Frau und seine Kinder
durch sein Vorbild in ein geheiligtes Leben
nachzuziehen.
Denken wir doch auch daran, wie viel Zeit
und Kraft Jesus investiert, um an Seiner
Gemeinde zu arbeiten. Er hat sich selbst für
sie dahingegeben, um sie zu heiligen, um sie
herrlich zu machen, ohne Flecken und Run-
zel, daß sie heilig und untadelig sei. Und so
wie Jesus mit Liebe und Geduld an Seiner
Gemeinde arbeitet, darfst auch du als Fami-
lienoberhaupt dir Zeit nehmen, mit deiner
Frau die Bibel zu lesen, mit ihr zu beten und
offene, ehrliche Gespräche mit ihr zu führen.
Das bedeutet auch, daß ein christlicher E-
hemann sich nicht gehen läßt. Er ver-
schwendet nicht seine Zeit, sondern er er-
kennt seine Verantwortung. Er ist ein Beter
und lebt selber vor dem Angesicht des
Herrn. Gott wird uns Männer einmal rufen
und sagen: Adam, wo bist du. Was hast du
mit deiner Familie gemacht. Hast du dich
ihr hingegeben, zusammen mit deiner Frau
die Kinder erzogen, ihnen das Evangelium
erklärt und es ihnen vorgelebt.
O Brüder, laßt das Herrengehabe in eurer
Familie fahren und seid vielmehr ein Ober-
haupt, wie Christus es ist. Er hat von sich
gesagt: „Des Menschensohn ist nicht ge-
kommen, daß er sich dienen lasse, sondern
daß er diene und gebe sein Leben zu einer
Erlösung für viele“ (Matthäus 20,28). Chris-
tus sah Seinen Vorrang als Haupt der Ge-
meinde nicht darin, daß Er herrschte, son-
dern daß Er diente. Die Geschichte der Fuß-
waschung (Johannes 13) ist ein starker Aus-
druck der inneren Haltung, die Jesus als das
Haupt uns zeigt. Und an einer anderen Stelle
ermahnt uns der Heiland: „Wer unter euch
groß sein will, der sei euer Diener“ (Mat-
thäus 20,26).
Ihr lieben Frauen, gefällt euch diese Predigt.
Seid ihr froh, daß dem Mann mal eine rich-
tige Lektion erteilt wurde. Aber bitte über-
hebt euch nicht, sondern anerkennt seine
schwere Aufgabe und seid ihm die biblische
Gehilfin, so daß er durch Gottes Gnade leis-
ten kann, wozu er berufen ist. Beugt beide
miteinander eure Knie, bittet beide um Ver-
gebung. Und dann achte einer den anderen
höher als sich selbst, und zwar in der Aufga-
be, die einem jeden von Gott bestimmt ist.
Ein herrlicher Segen wird dann in alle unse-
re Familien fließen. Gott schenke uns das.
Amen!
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