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ANZELDIENST
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R E D I G T A U S D E R
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R C H E
Sonntag, den 03.02.2008 / 09.30 Uhr
Der Mensch – eine lebendige Seele /
Die Erlösung des Leibes
Von Pastor Wolfgang Wegert ©
Ausgangstext: „Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den
Odem des Lebens in seine Nase, und also ward der Mensch eine lebendige
Seele.“
(1. Mose 2, 7)
Die Frage, die wir heute bewegen wollen,
lautet: „Was ist der Mensch. Wer ist er.
Woraus besteht er.“
Der gelesene Bibelvers sagt, daß Gott den
Menschen aus Staub beziehungsweise Erde
bildete. Der Schöpfer wirkte wie ein Töpfer
oder Bildhauer. Er machte eine Skulptur aus
irdischem Material. Auch Bildhauer und
Künstler können „Menschen“ aus Ton,
Wachs, Stein oder Holz schaffen. Aber sie
sind nichts anderes als tote Figuren. Gott
jedoch hörte nicht auf, als Er mit dem Mo-
dellieren fertig war, sondern Er blies Seinem
Kunstwerk noch den Odem des Lebens in
die Nase, so daß der Mensch nicht eine Plas-
tik blieb, sondern eine lebendige Seele wur-
de. Welch ein überragender, unvergleichli-
cher Künstler ist doch der lebendige Gott!
I.
DER MENSCH – EIN LEIB
UND EINE SEELE
Aus dieser biblischen Beschreibung lernen
wir, daß der Mensch aus einem materiellen
Leib besteht, der von einem immateriellen
„Selbst“, der Persönlichkeit, beseelt ist. Die-
ses „Selbst“ des Menschen bezeichnet die
Bibel als „Seele“ oder auch als „Geist“. Gott
schuf also jeden Erdenbürger mit einem Leib
und einer Seele, wodurch er einen gewalti-
gen Wert erhielt.
Wäre der Mensch eine tote Skulptur geblie-
ben, hätte er keinen so hohen Wert. Denn
sein Körper besteht aus relativ billigem Ma-
terial: Durchschnittlich zu 70 % allein aus
Wasser. Darüber hinaus besitzt er noch eini-
ge Kilogramm Chemikalien und Mineralien,
wie zum Beispiel Kohlenstoff, Stickstoff,
Kalzium, Phosphor, Kalium, Schwefel,
Chlor, Natrium, Magnesium, Eisen, Kupfer,
Mangan und Jod.
Wir sehen, wie Recht die Bibel doch hat,
wenn sie sagt, daß der Mensch aus Erde
gemacht ist. Sein Wert besteht nicht in sei-
nen natürlichen Substanzen, sondern in der
Qualität des Lebens, das ihm durch die Seele
gegeben ist. Darum heißt es im Buch Hiob:
„Der Geist Gottes hat mich gemacht, und
der Odem des Allmächtigen hat mir das Le-
ben gegeben“ (Hiob 33,4). Du lebst also
durch den Odem des Allmächtigen, wodurch
du eine lebendige Seele geworden bist. Das
ist das Entscheidende.
Nun ist oft gesagt worden, daß der Mensch
nicht nur einen Leib und eine Seele habe,
sondern dazu noch einen Geist, also eine
Dreiteilung in sich bildet. Dabei stünde die
Seele für das diesseitige Bewußtsein, das
sich durch den Intellekt, den Willen und das
Gefühl ausdrückt, und der Geist für das Be-
wußtsein des Göttlichen. Während die Seele
von Anfang an da ist, wird der Geist erst mit
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Der Kanzeldienst So. 03.02.2008 / 09.30 Uhr
der Wiedergeburt wirksam. Nach dieser
Auffassung dient der Mensch also mit der
Seele dem Sichtbaren und Vergänglichen,
mit seinem Geist Gott, dem Ewigen. Diese
Dreiteilung des Menschen in Leib, Seele und
Geist nennt man „Trichotomie“.
Man muß aber sagen, daß die Bibel diese
Sichtweise nicht bestätigt. Ganz gewiß
spricht sie vom Geist und auch von der Seele
des Menschen, aber das tut sie wechselwei-
se, wobei der Geist für sie dasselbe ist wie
die Seele. Sie sind bedeutungsgleich.
Das sehen wir in einer Fülle von Bibelstel-
len, von denen ich hier nur einige Kostpro-
ben geben kann. Wir lesen zum Beispiel an
verschiedenen Stellen der Heiligen Schrift
von der Errettung unserer Seele und in ande-
ren Stellen von der Errettung unseres Geis-
tes. „…nehmt das Wort an…, das … Kraft
hat, eure Seelen
selig zu machen“ (Jakobus
1,21).
Von einem rebellischen Christen lesen wir,
daß er dem Satan übergeben werden soll „…
zum Verderben des Fleisches, damit der
Geist
gerettet werde am Tage des Herrn“ (1.
Korinther 5,5).
Ebenso spricht die Bibel mal von den Seelen
und mal von den Geistern der verstorbenen
Heiligen im Himmel und meint selbstver-
ständlich dasselbe, wie wir wahlweise von
Orangen oder Apfelsinen reden und jedes
Mal dieselbe Frucht meinen. So lesen wir,
daß wir als Christen zu denen gehören: „…
die im Himmel aufgeschrieben sind, … und
zu den Geistern
der vollendeten Gerechten“
(Hebräer 12,23).
In der Offenbarung sah Johannes: „… unten
am Altar die Seelen
derer, die umgebracht
worden waren um des Wortes Gottes und um
ihres Zeugnisses willen“ (Offenbarung 6,9).
Er hätte auch sagen können, daß er die Geis-
ter derer gesehen hat, die umgebracht wor-
den waren.
Laßt uns auch Jesus anschauen, der Seinen
Jüngern in Gethsemane klagt: „Meine Seele
ist betrübt bis an den Tod“ (Matthäus
26,38). Und am Kreuz ruft unser Heiland
aus: „Vater, ich befehle meinen Geist
in dei-
ne Hände!“ (Lukas 23,46).
Auch wenn die Bibel die Notwendigkeit
unserer Reinigung betont, dann spricht sie
mal von unserem Geist und mal von unserer
Seele. Petrus schreibt zum Beispiel: „Da ihr
eure Seelen
gereinigt habt im Gehorsam der
Wahrheit…“ (1. Petrus 1,22). Und Paulus
ermahnt uns: „….so laßt uns von aller Befle-
ckung des Fleisches und des Geistes
uns
reinigen“ (2. Korinther 7,1). Paulus hätte
auch hier sagen können, wie Petrus, daß wir
uns von der Befleckung der Seele reinigen
sollen.
Die Bibel unterscheidet lediglich zwischen
dem äußeren und dem inneren Menschen.
Im 2.Korintherbrief heißt es zum Beispiel:
„.. wenn auch unser äußerer Mensch ver-
fällt, so wird doch der innere von Tag zu
Tag erneuert“ (2. Korinther 4,16). Hier sagt
uns die Bibel also explizit, daß im Menschen
nicht eine Dreiteilung, sondern eine Zweitei-
lung besteht. Sie lehrt nicht „Trichotomie“,
sondern „Dichotomie“, also bestehend aus
Leib und Seele, die man auch Geist nennen
kann.
II.
GEIST, SEELE UND LEIB
Was sagen wir aber nun zu einem Bibelwort
wie diesem: „Der Gott des Friedens heilige
euch durch und durch und bewahre euren
Geist samt Seele und Leib“ (1. Thessaloni-
cher 5,23).
Diese Worte wollen nicht eine Dreiteilung
des Menschen beschreiben, sondern die Hei-
ligung, die den ganzen Menschen durchdrin-
gen soll. Wir können zum Vergleich die
Worte Jesu heranziehen, mit denen Er die
ganze Hingabe des ganzen Menschen an
Gott beschreiben will. Er sagte: „Du sollst
… deinen Gott lieben aus deinem ganzen
Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus
deinem ganzen Verstand und aus deiner
ganzen Kraft! (Markus 12,30).
Will Jesus hier eine Lehre über die Untertei-
lung des Menschen vortragen. Wenn ja,
müßte man aus Seinen Worten schließen,
daß der Mensch aus fünf Komponenten be-
steht, nämlich aus dem Herzen, der Seele,
dem Verstand und natürlich aus dem Geist
und dem Leib.
Aber Jesus wollte hier keine Rede über die
innere Anatomie des Menschen halten, son-
dern durch die Aneinanderreihung von Syn-
onymen mehrfach betonen, daß wir Gott mit
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Der Mensch – eine lebendige Seele / Die Erlösung des Leibes
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allen Fasern unseres Seins lieben sollen. Das
nennt man in der Sprachwissenschaft einen
„rhetorischen Parallelismus“, wie wir ihn
aus der deutschen Sprache auch kennen.
Zum Beispiel sagen wir: Sie haben mir mein
Hab und Gut weggenommen. Worin besteht
der Unterschied zwischen Hab und Gut. In
nichts! Mein Habe ist dasselbe wie mein
Gut. Wir wollen mit diesen gleichbedeuten-
den Worten nur unterstreichen, daß wirklich
alles weg ist. Und so macht es auch Paulus,
wenn er an anderer Stelle schreibt: „Das
Wort Gottes dringt durch, bis es scheidet
Seele und Geist, auch Mark und Bein, und
ist ein Richter der Gedanken und Sinne des
Herzens“ (Hebräer 4,12).
Auch hier geschieht nicht theologische Be-
lehrung über die Bestandteile des Menschen,
sondern Paulus will herausstellen, wie
machtvoll das Wort Gottes ist, daß es näm-
lich in die tiefsten Winkel des menschlichen
Wesens eindringt. Wir finden auch hier ei-
nen Parallelismus: Seele und Geist, Mark
und Bein, Gedanken und Sinne. Wir könnten
in unserer Sprache fortsetzen und sagen:,
„Grund und Boden“, „Art und Weise“,
„angst und bange“, „still und leise“, „immer
und ewig“… und so weiter.
III
.
MEINE SEELE ERHEBE DEN
HERRN
Genauso dürfen wir den Lobgesang der Ma-
ria verstehen. Er beginnt mit den herrlichen
Worten: „Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freut sich Gottes, meines
Heilandes“ (Lukas 1,46-47).
Es hätte in ihr auch singen können: „Mein
Geist erhebt den Herrn, und meine Seele
freut sich Gottes, meines Heilandes. Was sie
ausdrücken möchte, ist, daß ihr ganzer inne-
rer Mensch Gott loben und sich an Ihm er-
freuen möchte.
Und dazu möchte ich euch alle von Herzen
auffordern. Denkt einmal darüber nach: Gott
hat uns nicht nur aus Erde modelliert. Er hat
nicht nur einen genialen menschlichen Or-
ganismus geschaffen, sondern es heißt auch:
Er „… blies den Odem des Lebens in seine
Nase, und also ward der Mensch eine leben-
dige Seele“ (1. Mose 2,7).
Der Mensch ist also eine lebendige Seele,
die ihren Gott erheben und preisen kann.
Leider ist er durch die Sünde gefallen, und
die Seelen der Nichtgläubigen können ihren
Gott nicht rühmen. Aber der Herr schenkt in
Seiner Gnade die Wiedergeburt, und dann
weckt Er deine verkümmerte Seele bezie-
hungsweise deinen toten Geist wieder auf.
Und du fängst an, von ganzem Herzen und
mit aller deiner inneren Kraft deinen Erlöser
zu rühmen und zu preisen. Dann wirst du
denen ähnlich, die in der Bibel den Allmäch-
tigen gelobt und gepriesen haben.
Hört einmal, was sie dabei gesagt und gebe-
tet haben: „Lobe den HERRN, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß
nicht, was er dir Gutes getan hat“ Psalm
103,1-2).
Oder: „Halleluja! Lobe den HERRN, meine
Seele! Ich will den HERRN loben, solange
ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solan-
ge ich bin“ (Psalm 146,1-2).
IV
.
WIE LEIB UND SEELE ZU-
SAMMENGEHÖREN
Nun wollen wir uns damit beschäftigen, wie
denn nun Leib und Seele zusammengehören
und was mit ihnen im Tod und in der Aufer-
stehung geschieht.
Gott hat Leib und Seele sehr gut geschaffen,
und beide sind dazu bestimmt, ewig zu le-
ben. Das heißt, der ganze Mensch war sehr
gut.
Aber wir wissen, daß eines Tages die Sünde
ins Paradies eindrang und der Mensch samt
Leib und Seele zu Fall kam. Und so wie wir
in Adam mit Leib und Seele gefallen sind,
so werden wir durch Gottes Gnade in Chris-
tus ebenfalls samt Leib und Seele erlöst.
Alle Menschen, die Adam angehören, sind
in Ihm komplett gefallen; und alle Men-
schen, die Christus angehören, sind in Ihm
auch komplett erlöst. Nach dem Menschen-
bild der Bibel ist der Leib ebensoviel wert
wie die Seele. Für beide ist Jesus gestorben,
und beide hat Er erlöst.
In der griechischen Philosophie werden Leib
und Seele so angesehen, als würden sie in
ständiger Spannung koexistieren. Der Leib
sei etwas Mangelhaftes, die Seele jedoch
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Der Kanzeldienst So. 03.02.2008 / 09.30 Uhr
etwas Vollkommenes, so als sei unser Kör-
per ein schmutziger Behälter für unsere reine
Seele. Für die Griechen bedeutet Errettung
letztendlich Erlösung vom
Leib.
Das sieht die Bibel ganz anders. Ursprüng-
lich waren sowohl Leib und Seele, bezie-
hungsweise Geist, gleichermaßen rein und
heilig. Mit dem Sündenfall wurden sie beide
unrein und sündig. Und unsere Errettung
besteht nicht in der Erlösung vom
Leib, son-
dern in der Erlösung des
Leibes. Der Leib
wird nicht verworfen, damit die Seele frei
ist, sondern der Leib wird ebenso erlöst wie
der Geist, damit der ganze Mensch in seiner
vollen Wesenseinheit errettet wird.
Darum lehrt Paulus, daß die Heiligung so-
wohl den Geist als auch den Leib, sprich den
ganzen Menschen, umfassen muß. Er
schreibt von Christen: „…daß sie heilig sei-
en am Leib und auch am Geist“ (1. Korin-
ther 7,34). An anderer Stelle ermahnt er:
„…laßt uns von aller Befleckung des Flei-
sches und des Geistes uns reinigen und die
Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“
(2. Korinther 7,1).
Weil Paulus weiß, daß unser Leib nicht dem
Mülleimer und auch nicht der Urne gehört,
sondern gleichfalls heilige Schöpfung Gottes
ist und eines Tages den vollen Segen der
Erlösung genießen wird, wonach er sich
zutiefst sehnt, ruft er: „…wir sehnen uns
nach der Kindschaft, der Erlösung unseres
Leibes“ (Römer 8,23).
Also, liebe Schwester, lieber Bruder, schaue
mal in dich hinein und auch an dir herunter,
denn du als ganzer Mensch, samt Seele und
Leib, bist erlöst. Darum ruft Hiob in seiner
Not: „Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt,
und als der letzte wird er über dem Staub
sich erheben. Und ist meine Haut noch so
zerschlagen und mein Fleisch dahinge-
schwunden, so werde ich doch Gott sehen.
Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen
werden ihn schauen und kein Fremder“ (Hi-
ob 19,25-27).
V
.
WAS MIT LEIB UND SEELE
IM TOD GESCHIEHT
Jetzt müssen wir natürlich erörtern, was mit
dem Leib und der Seele im Tode passiert.
Zunächst wollen wir festhalten, daß für wie-
dergeborene Christen ihr Tod keine Bestra-
fung mehr für die Sünde ist. Wenn es in Got-
tes Wort heißt: „… der Lohn der Sünde ist
der Tod“ (Römer 6,23), gilt das nur für uner-
rettete Menschen. Für die Gotteskinder steht
der Grundsatz fest, daß Jesus die gesamte
Strafe für unsere Sünde getragen hat und uns
somit keine Strafe mehr treffen kann. Wenn
wir das Evangelium richtig verstanden ha-
ben, werden wir als Gläubige unser Sterben
niemals als Strafe für unsere Sünde ansehen.
Für uns muß der Tod deshalb eine völlig
andere Bedeutung haben.
In Seiner großen und ewigen Weisheit hat
Gott beschlossen, Seinen Kindern die Seg-
nungen der Erlösung nicht auf einmal zu-
kommen zu lassen, sondern sie uns sukzes-
siv zu schenken. Das heißt, obwohl unser
Heil absolut vollkommen und sicher ist, er-
fahren wir es noch nicht in ganzer Vollen-
dung. Das Heil Gottes ist unser ewiges Erbe,
und niemand kann es uns rauben. Darum ruft
Paulus aus: „Denn ich bin gewiß, daß weder
Tod noch Leben, weder Engel noch Fürsten-
tümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges
noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes,
noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu
scheiden vermag von der Liebe Gottes, die
in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Rö-
mer 8, 38-39).
Und doch wissen wir, daß unser Heil noch
nicht von uns in seinem vollen Ausmaß ge-
nossen werden kann. Wir haben schon man-
ches gesehen, und wir erleben auch herrliche
Befreiung, Freiheit und Erlösung für unseren
Geist, für unsere Seele. Auch körperliche
Gebundenheiten werden heute schon durch
die Gnade Gottes gelöst. Aber es kommt
noch herrlicher. Gott ist mit der Fülle Seines
Heils noch nicht am Ende.
Daher hat der Herr in Seiner großen ewigen
Weisheit beschlossen, uns das nicht alles auf
einmal zukommen zu lassen. Obwohl wir als
Gotteskinder schon zur neuen Welt Gottes
gehören, läßt Er uns noch eine Zeitlang mit-
ten in einer gefallenen Welt, zu der auch der
Tod gehört, bleiben. Die letzte Maßnahme
Gottes, bevor Er endgültig das System dieser
Welt beendet, wird die Abschaffung des
Todes sein. Wörtlich sagt die
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Der Mensch – eine lebendige Seele / Die Erlösung des Leibes
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Bibel von diesem letzten Akt der Weltge-
schichte: „Der letzte Feind, der vernichtet
wird, ist der Tod“ (1. Korinther 15,26).
Darum triumphiert der Apostel zum Ende
des Kapitels: „Der Tod ist verschlungen vom
Sieg. Tod, wo ist dein Sieg. Tod, wo ist dein
Stachel.“ (1. Korinther 15,54-55).
Bis dieses Wort erfüllt ist, erfahren auch
Christen den Tod als Realität in ihrem Le-
ben. Aber wie gesagt, nicht als Strafe für
unsere Sünde, sondern als Auswirkung einer
gefallenen, sündhaften Welt, in der wir im-
mer noch leben. Das ist der Grund, weshalb
Christen auch altern, krank werden und so-
gar Unglück erfahren.
Für uns als Glaubende gehört der Tod unter
die Rubrik von Römer 8,28: „Wir wissen
aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge
zum Besten dienen, denen, die nach seinem
Ratschluß berufen sind.“ Dazu gehört auch
unser Tod. Er ist die Vollendung unserer
Heiligung, der Abschluß unserer Umgestal-
tung in Christi Bild. Sterben bedeutet für uns
das Eintreten in die himmlische Gottes-
dienstgemeinde; es ist der Eingang in das
ewige Leben.
Darum ruft Paulus: „Christus ist mein Le-
ben, und Sterben ist mein Gewinn“ (Philip-
per 1,21). Aus diesem Grund sollen sich
Gotteskinder auch nicht vor dem Tod fürch-
ten. Denn der Herr „… erlöste die, die durch
Furcht vor dem Tod im ganzen Leben
Knechte sein mußten“ (Hebräer 2,15).
Aber was geschieht nun mit der Seele und
dem Leib, wenn Christen sterben. Die Bibel
sagt: „Der Staub muß wieder zur Erde
kommen, wie er gewesen ist, und der Geist
wieder zu Gott, der ihn gegeben hat“ (Pre-
diger 12,7). Das heißt, der Leib wird zur
Auferstehung in die Erde gelegt, während
die Seele, beziehungsweise der Geist, in die
Herrlichkeit zu Gott geht. Für die Seele gibt
es kein Fegefeuer und auch keinen anderen
Zwischenzustand.
Manche meinen, einen solchen von dem
biblischen Ausdruck „entschlafen“ ableiten
zu können. Jesus sagte in Bezug auf Laza-
rus, „er schläft“, womit Er den Todeszustand
Seines Freundes beschrieb. Mit dem so ge-
nannten Schlafen eines Verstorbenen meint
die Bibel dessen Körper, der in der Erde
ruht, beziehungsweise „schläft“. Aber von
einem Seelenschlaf spricht das Wort Gottes
an keiner Stelle. Der Geist eines Christen,
seine Seele, geht mit dem Tod unmittelbar in
die Gegenwart Gottes. Deshalb lautet das
berühmte Wort Christi am Kreuz, das Er zu
dem begnadeten Schächer sprach: „Heute
wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas
23,43). Viele versuchen dieses Wort zu bie-
gen und zu drehen, aber es bleibt nur stehen,
was Jesus gesagt hat. Nämlich „heute“ und
nicht morgen, übermorgen oder irgendwann.
Analog dazu konnte Paulus schreiben: „Ich
habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei
Christus zu sein“ (Philipper 1,23).
Es gibt viele Zeugnisse von verstorbenen
Heiligen in der jenseitigen Welt. Die Bibel
spricht von Mose und Elia, von den Märty-
rern, die unter dem Altar beten; und die Gei-
ster der vollendeten Gerechten ehren und
preisen Gott. Jesus wird wiederkommen mit
viel Tausend Seiner Heiligen, und zwar aus
der Herrlichkeit des Himmels. Da ist Leben
und nicht Unbewußtsein oder Dunkelheit.
Für Menschen, die nicht an Christus glaub-
ten, ist da gewiß ein Totenreich, ein Gefäng-
nis, in dem auf das Gericht des Jüngsten
Tages gewartet wird. Deshalb sind diese
grundlegenden Dinge aus der Heiligen
Schrift eine ernste Botschaft an alle, die
noch nicht wiedergeboren sind
Aber ihr, Kinder Gottes, freut euch! Denn
wenn wir hier für immer unsere Augen
schließen, gehen wir direkt zu Jesus, unse-
rem geliebten Herrn und Heiland, und wir
dürfen bei Ihm sein von Ewigkeit zu Ewig-
keit. Halleluja!
VI
.
DIE VERHERRLICHUNG
Und was geschieht mit dem „schlafenden“
Leib eines Gläubigen. Wir lesen: „Wenn wir
glauben, daß Jesus gestorben und aufer-
standen ist, so wird Gott auch die, die ent-
schlafen sind, durch Jesus mit ihm einher-
führen“ (1. Thessalonicher 4,14).
Wenn Jesus wiederkommt, kommt Er nicht
allein, sondern mit den Seelen der Heiligen,
die schon im Himmel sind. Dann vereinigt
Er sie wieder mit ihrem ehemaligen Leib.
Der Apostel Judas schreibt: „Siehe, der Herr
kommt mit seinen vielen tausend Heiligen“
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Der Kanzeldienst So. 03.02.2008 / 09.30 Uhr
(Judas 1,14), wörtlich: mit einer unzählba-
ren Schar. Die „Elberfelder“ Bibel sagt, daß
Jesus mit Seinen heiligen Myriaden kommt.
Ja, Er kommt mit den Geistern der vollende-
ten Gerechten aus allen Zeiten und Nationen
und vereinigt jeden mit seinem auferstande-
nen Leib, so daß wir am Ende wieder die
Wesenseinheit von Leib und Seele sind, die
wir einst in der Schöpfung gehabt hatten. Es
ist derselbe Leib, den unsere Seele beim
Sterben verlassen mußte.
Wenn du stirbst, wirst du deinen Leib nicht
für immer verlieren, sondern du wirst mit
ihm wieder überkleidet werden, wenn Jesus
wiederkommt. Es wird derselbe Leib sein,
aber er wird verwandelt werden in einen so
genannten Auferstehungsleib, in einen Kör-
per, der herrlichkeitstauglich ist. Es wird ein
unsterblicher, ewiger Leib sein. Laßt uns die
Bibel selber hören: „Die Toten werden auf-
erstehen unverweslich, und wir werden ver-
wandelt werden. Denn dies Verwesliche muß
anziehen die Unverweslichkeit, und dies
Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit.
Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird
die Unverweslichkeit und dies Sterbliche
anziehen wird die Unsterblichkeit, dann
wird erfüllt werden das Wort, das geschrie-
ben steht: Der Tod ist verschlungen vom
Sieg. Tod, wo ist dein Sieg. Tod, wo ist dein
Stachel.“ (1. Korinther 15,52-54).
Und diese Verwandlung wird in Sekunden-
schnelle vor sich gehen, Paulus schreibt, daß
es „in einem Augenblick“ beim Schall der
Posaune passieren wird.
Diesen Vorgang der Wiedervereinigung der
Seele mit ihrem Leib nennt die Bibel unsere
„Verherrlichung“ Ihr kennt alle dieses wun-
derbare Wort:
„Die er aber vorherbestimmt
hat, die hat er auch berufen; die er aber
berufen hat, die hat er auch gerecht ge-
macht; die er aber gerecht gemacht hat, die
hat er auch verherrlicht“ (Römer 8,30).
Das heißt, die Vollendung ihrer Erlösung ist
erreicht, nämlich die Erlösung der Seele und
auch des Leibes. Welch eine wunderbare
Aussicht für Gotteskinder! Welch eine
Hoffnung! Wollen wir noch klagen wegen
unserer zeitlichen Nöte. Laßt es uns nicht
tun. „Denn …dieser Zeit Leiden fallen nicht
ins Gewicht gegenüber der Herrlichkeit, die
an uns offenbart werden soll“ (Römer 8,18).
Amen!
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