TV- Sendung vom 03.02.2008 (Nr.768)
Warum Gott das Böse zuläßt
Von Pastor Wolfgang Wegert ©
Predigttext: „Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, daß ich darum zürne, daß ihr
mich hierher verkauft habt; denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch
her gesandt.“ (1. Mose 45,5)
Gott benutzt das Böse in der Welt um die Macht Seiner Gerechtigkeit kundzutun.
Das zeigt uns z. B. die Geschichte des Pharao. Gott befahl ihm, das Volk Israel aus der
Sklaverei zu entlassen. Der göttliche Befehl lautete: „Laß mein Volk ziehen!“ Aber zugleich
verhärtete Gott das Herz des ägyptischen Kaisers, so daß er sich weigerte. Dann kamen die
Plagen, die den Diktator weichklopfen sollten. Aber immer und immer wieder heißt es, daß
Gott sein Herz verstockte.
Viele Christen mögen nicht, daß ihr Gott so etwas tut, und sie möchten diese Texte am
liebsten umdeuten. Aber es sind zu viele davon da. Mindestens vierzehn Mal hießt es: „Ich
aber will sein Herz verstocken, daß er das Volk nicht ziehen lassen wird“ (2. Mose 4,21). Wie
soll man das verstehen. Gott befiehlt, das Gute zu tun, verstockt aber das Herz, so daß es
Böses tut.
Die Erklärung dafür gibt uns Paulus, in dem er aus 2. Mose zitiert: „Eben dazu habe ich dich
(Pharao) erweckt, damit ich an dir meine Macht erweise und damit mein Name auf der ganzen
Erde verkündigt werde“ (Römer 9,17). Damit ist klar: Der allmächtige Gott will bisweilen das
Böse und Boshafte in Seiner Abscheulichkeit richtig hochkommen lassen, damit Er es in
Seiner unumschränkten Macht um so mehr verdamme, so daß „unsere Ungerechtigkeit Gottes
Gerechtigkeit beweist“, wie der Römerbrief uns erklärt.
Nicht nur der Pharao, sondern wir alle haben es aufgrund unserer menschlichen Verdorbenheit
verdient, daß Gott mit uns so umgeht, daß Er uns dahingibt in immer größere Sünde und
Schande. Denn wir sind vom Grundsatz her in gleicher Weise boshafte Sünder wie Pharao,
und Gottes Gerechtigkeit fordert, daß wir genauso behandelt werden wie dieser Tyrann.
Darum sagt die Schrift: „So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will“