TV- Sendung vom 17.02.2008 (Nr.770)
Beten nach dem Willen Gottes
Von Pastor Wolfgang Wegert ©
Predigttext: „Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten
nach seinem Willen, so hört er uns.“ (1. Johannes 5,14)
Jesus sagte ein gewaltiges Wort, das leider so oft mißverstanden wird: „Ihr werdet bitten,
was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden“ (Johannes 15,7).
Hier setzt der Heiland selbstverständlich voraus, daß die Beter mit dem himmlischen Vater
ein Herz und eine Seele sind. Die Worte, die sie beten, kommen aus dem Herzen Gottes und
haben gerade deshalb eine erhörliche Kraft. Jesus erklärt uns an verschiedenen Stellen, daß
Seine Erlösten beten können, was sie wollen. Er kann das so ungeschützt sagen, weil Er weiß,
daß der Wille Seiner Auserwählten dem Willen Gottes entspricht.
Zwischen meiner Frau und mir besteht oft eine solche Herzensharmonie, daß wir bei allem,
was sich einer von uns wünscht, es immer beide wollen. Ähnlich dürfen wir unsere Harmonie
mit Jesus verstehen. Wir dürfen – und Gott wünscht das! – so nah am Herzen Jesu leben, daß
wir aufgehen in dem, was unser Heiland wünscht.
Das ist auch beim Thema Heilung oder möglicherweise Sterben so. Paulus ist uns ein ganz
großes Vorbild darin, wie stark er mit dem Herrn eins geworden ist. „Christus ist mein
Leben“, schrieb er, „und Sterben ist mein Gewinn.“ Die Frage, ob er nun kurz oder lang lebte,
war für Paulus gar nicht entscheidend. Für ihn war nur wichtig, daß er eins war in seinen
Wünschen mit Jesus. Darum sagte er: „Es wäre zwar besser abzuscheiden, um beim Herrn zu
sein, aber Gott hat offensichtlich noch etwas anderes vor. Dann bleibe ich noch und werde
mich noch ein wenig gedulden müssen, bis ich auf goldenen Straßen gehen kann.“ Sein Herz
lebte nicht mehr separat von Gott, sondern er war mit Heiligem Geist erfüllt, und seine Seele
verlor sich in dem Wünschen, Wollen, Planen, Denken Gottes.
Unsere Probleme und Konflikte, die wir im täglichen Leben oft haben, ob Gott denn nun
unser Gebet erhört oder nicht, hängen immer damit zusammen, daß wir noch unser Leben im
Fleisch leben wollen. Und aus den Begierden des Fleisches formulieren wir selbstgemachte
Gebete.