TV- Sendung vom 16.03.2008 (Nr.774)
Meine Verantwortung als Mann
Von Pastor Wolfgang Wegert ©
Predigttext: „Ich lasse euch aber wissen, daß Christus das Haupt eines jeden Mannes ist;
der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.“
(1. Korinther 11,3)
Was ist Schlimmes daran, daß Christus ein Haupt über sich hat. Ist Christus, unser Herr,
deswegen weniger wert. Nein, absolut nicht! Und was ist Schlimmes daran, daß die Frau ein
Haupt über sich hat. Ist sie deswegen weniger wert. Nein, absolut nicht. Die Bibel sieht eine
Analogie in beidem und eine gesegnete Ordnung darin.
Wenn von dem Mann als Haupt gesprochen wird, müssen wir uns das näher anschauen und
lernen, wie die Bibel ihn sieht.
Wir lesen in der Schöpfungsgeschichte, daß Gott Adam zuerst geschaffen hat, und erst eine
gewisse Zeit später wurde ihm die Frau erschaffen. „Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf
fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloß die
Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem
Menschen nahm, und brachte sie zu ihm“ (1. Mose 2,21-22).
Aus dieser Reihenfolge der Erschaffung leitet Paulus die Führungsrolle des Mannes ab und
sagt: „Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva“ (1. Timotheus 2,13). Dieses Prinzip
wird uns in der Bibel folgerichtig auch anhand des Erstgeburtsrechts gezeigt. So wie es Gott
gefiel, jeweils dem erstgeborenen Sohn einen Vorrang zu geben, so gefiel es Ihm in Seiner
souveränen Schöpfungsgewalt auch, den Mann als das Haupt zu bestimmen.
Diese Ordnung begründet der Apostel auch damit, daß die Frau auf Adam hin geschaffen
wurde. Denn es heißt im Schöpfungsbericht: „Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß
der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei“ (1. Mose 2,18).
Daraus leitet Paulus ab und schreibt: „Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen,
sondern die Frau um des Mannes willen“ (1. Korinther 11,9). Wir mögen das alles aus der
heutigen Weltsicht bestreiten, aber wenn wir ganz objektiv den Befund der Heiligen Schrift
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sprechen lassen, kommen wir an diesen Worten nicht vorbei. Gott hat den Mann zum Leiter
gesetzt.
Das geht auch daraus hervor, daß Er Eva den Namen Adams gegeben hat. Wir lesen: „Und
Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«
(wörtlich: Adam)“ (1. Mose 5,2). Der Familienname, den Gott dem ersten Ehepaar gab,
lautete also nicht Eva, sondern Adam. Er war Herr Adam, und sie war Frau Adam. Von daher
leitete sich wohl auch der Gebrauch ab, daß die Frau bei der Eheschließung den Namen ihres
Mannes annahm. Also auch der Familienname, den beide tragen sollten, deutet auf die
Führungsrolle des Mannes hin.
Die Konsequenz daraus
Vielleicht rühmen sich jetzt einige Männer, und es schwillt ihnen die Brust an. Bitte seid nicht
so voreilig. Denn die Stellung, die Gott euch innerhalb von Ehe und Familie gegeben hat,
bringt Konsequenzen mit sich.
Wer fing im Garten Eden eigentlich mit der Sünde an. Wer nahm als erstes die verbotene
Frucht und aß. Ich höre einen Mann flüstern: „Natürlich die Frau!“ Und das stimmt auch:
Nicht Adam war der erste Sünder, sondern Eva. Aber als Gott den ersten beiden Menschen
nach dem Sündenfall begegnete, rief Er nicht: „Eva, wo bist du.“, sondern: „Adam, wo bist
du.“ (1. Mose 3,9). Wen machte Gott also für die ganze Geschichte verantwortlich. Den
Mann! Warum. Weil Gott ihn zum Leiter seiner Familie gesetzt hatte. Deshalb war Adam
nicht nur für sein eigenes Handeln verantwortlich, sondern auch für das seiner Frau und
weitergehend auch für das seiner Kinder.
So ist es auch heute noch. Wenn es in einem Ministerium in einer unteren Abteilung zu
Unregelmäßigkeiten oder Fehlern kommt, wird in den meisten Fällen der Minister dafür
verantwortlich gemacht und muß seinen Hut nehmen, auch wenn er von dem Treiben seiner
Schreiberlinge gar nichts wußte. Genau so war das auch beim Sündenfall – Eva sündigte, und
Adam mußte Rede und Antwort stehen.
Auch das Neue Testament macht keinen Hehl daraus, daß die Menschen nicht wegen Eva,
sondern wegen Adam als Sünder gerechnet werden. Der Römerbrief erklärt uns: „Durch des
einen Sündenfall sind die vielen gestorben“ (Römer 5,15). Es steht dort nicht „durch den
Sündenfall der einen“ und auch nicht „durch den Sündenfall der beiden“, sondern „durch den
Sündenfall des einen
“. Gemeint ist selbstverständlich Adam, wie der erste Korintherbrief
auch explizit sagt: „Denn wie sie in Adam alle sterben“ – aufgrund der Sünde – „so werden
auch in Christus alle lebendig gemacht“ (1. Korinther 15,22). Wir sehen auch hier, daß Adam
in seiner Eigenschaft als Leitfigur zur Rechenschaft gezogen wird. Das ist die Konsequenz der
Führungsrolle des Mannes.
Wir sehen heute häufig eine Mentalität, aus der heraus auch christliche Ehemänner ihre Hände
in Unschuld waschen, wenn ihre Frauen ein liederliches Leben führen. Sie sagen einfach: „Da
kann ich ja nichts dafür!“ – so nach dem Motto Kains: „Soll ich meines Bruders Hüter sein.“
(1. Mose 4,9). Und der Ehemann meckert: „Soll ich der Hüter meiner Frau sein.“ Ja, nach
Gottes Schöpfungsordnung sollst du das! Du bist von Gott dazu berufen, dich um deine Frau
zu kümmern – um ihr leibliches, geistliches und emotionales Wohlergehen. Du trägst
Verantwortung, daß sie durch dein christliches Vorbild gerne ein Gott wohlgefälliges Leben
führt.
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Darum stellt der Apostel ein wesentliches Kriterium für leitende Mitarbeiter in der Gemeinde
auf. Es kann nur der ein Ältester oder Diakon sein, „der seinem eigenen Haus gut vorsteht
…Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die
Gemeinde Gottes sorgen.“ (1. Timotheus 3,4-5). Auch hier wird deutlich, daß Glück und
Segen einer Ehe und Familie wesentlich von der Art der Führung des Familienoberhauptes
abhängt. Er soll ein Priester Gottes in der Familie sein und alle Kraft darauf wenden, die
Seinen mit Liebe und Weisheit zu einem göttlichen Leben zu führen. Gott schenke uns mehr
diese Art christlicher Männer, die nicht die Untergebenheit ihrer Frauen einfordern, sondern
die ihren Vorrang in der Pflicht sehen, als Leitperson vorbildlich in den Tugenden des
christlichen Glaubens voranzugehen, damit Frau und Kinder ihnen freudig folgen können!
Daß auch christliche Familien zerrüttet sind, hängt sehr häufig damit zusammen, daß der
Mann sich nicht in der Gottseligkeit übt und sich selbst und seine Unarten nicht in den Griff
bekommt, daß er sich nicht Gott weiht und Christus nicht sein wirkliches Haupt ist, sondern er
sich selber lebt. Und dann mag ihm keiner mehr folgen, auch die Kinder nicht. Da haben wir
dann ein Problem. Wir sehen daran, wie wichtig es für die Familie ist, daß der Mann seine
Rolle verantwortlich wahrnimmt.
Das Vorbild des Mannes
Wenn wir als Männer nun eine solch schwere Aufgabe durch Gottes Schöpfung zugeordnet
bekommen haben, wer kann uns helfen. Wer ist unser Vorbild. Adam hat versagt. Er glaubte,
sich aus der Verantwortung stehlen zu können, indem er einfach Eva beschuldigte. „Das
Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum, und ich aß“ (1. Mose 3,12). Genauso
reden viele Männer heute – auch christliche. Sie sagen: „Ich bin ausgerastet, weil meine Frau
mich provoziert hat!“ Immer und immer hat Eva schuld. Ist das bei dir zu Hause auch so. Das
ist das Adamsprinzip –Boß sein wollen, aber keine Verantwortung übernehmen.
Laßt uns besser das richtige Vorbild anschauen. Das ist Jesus! Paulus versteht die Ehe als ein
Gleichnis. Sie soll nämlich die herrliche Beziehung, die Christus zu Seiner Gemeinde hat,
abbilden. Christus ist der Bräutigam, der Ehemann, und die Gemeinde ist die Braut, die
Ehefrau. Diese Erkenntnis überwältigte den Apostel so sehr, daß er von einem großen
Geheimnis sprach (Epheser 5,32). Und in diesem Geheimnis zeigt er die Führungsrolle des
Mannes in der Ehe, so wie Christus die Führungsrolle in der Gemeinde hat, und schreibt
folgende herausfordernden Worte: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die
Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie
gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die
herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig
und untadelig sei. So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben“ (Epheser 5,25-28).
Worin bestand und besteht die Liebe Christi zu Seiner Braut und Gemeinde. Er hat sich für
sie aufgeopfert. Er hat alles in sie investiert, bis hin zu Seinem Blut und Leben. Er hat die
Gemeinde nicht beschuldigt, sie wegen ihrer Sünden und Fehler gerichtet und verdammt,
sondern Er hat die Schuld Seiner „Frau“ auf sich genommen, dafür verantwortlich gezeichnet
und sie ans Kreuz getragen. So leb auch du in deiner Ehe das Evangelium aus, indem du
verzeihst, nicht nachträgst und geduldig bist.
Wie die Liebe ist, mit der Christus liebt, ist in 1. Korinther 13 aufgezählt. Hier Auszüge: „Die
Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen
…sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie
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rechnet das Böse nicht zu …sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles“
(V.4-7).
Und es wird von der Liebe auch gesagt: „Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie
freut sich aber an der Wahrheit“ (V.6). Natürlich spricht ein christlicher Ehemann mit seiner
Frau auch über ihre Sünden, denn er kann sich nicht über Ungerechtigkeit freuen. Er hört aber
auch gerne zu, wenn die Frau mit ihm über seine Unarten spricht. Er stellt sich selbst unter
Christus, sein Haupt, und bemüht sich, Ihm in seinem Wesen immer ähnlicher zu werden.
Und dann setzt er alles daran, seine geliebte Frau und seine Kinder durch sein Vorbild in ein
geheiligtes Leben nachzuziehen.
Denken wir doch auch daran, wie viel Zeit und Kraft Jesus investiert, um an Seiner Gemeinde
zu arbeiten. Er hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen, um sie herrlich zu
machen, ohne Flecken und Runzel, daß sie heilig und untadelig sei. Und so wie Jesus mit
Liebe und Geduld an Seiner Gemeinde arbeitet, darfst auch du als Familienoberhaupt dir Zeit
nehmen, mit deiner Frau die Bibel zu lesen, mit ihr zu beten und offene, ehrliche Gespräche
mit ihr zu führen.
Das bedeutet auch, daß ein christlicher Ehemann sich nicht gehen läßt. Er verschwendet nicht
seine Zeit, sondern er erkennt seine Verantwortung. Er ist ein Beter und lebt selber vor dem
Angesicht des Herrn. Gott wird uns Männer einmal rufen und sagen: Adam, wo bist du. Was
hast du mit deiner Familie gemacht. Hast du dich ihr hingegeben, zusammen mit deiner Frau
die Kinder erzogen, ihnen das Evangelium erklärt und es ihnen vorgelebt.
O Brüder, laßt das Herrengehabe in eurer Familie fahren und seid vielmehr ein Oberhaupt,
wie Christus es ist. Er hat von sich gesagt: „Des Menschensohn ist nicht gekommen, daß er
sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele“
(Matthäus 20,28). Christus sah Seinen Vorrang als Haupt der Gemeinde nicht darin, daß Er
herrschte, sondern daß Er diente. Die Geschichte der Fußwaschung (Johannes 13) ist ein
starker Ausdruck der inneren Haltung, die Jesus als das Haupt uns zeigt. Und an einer anderen
Stelle ermahnt uns der Heiland: „Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener“
(Matthäus 20,26).
Ihr lieben Frauen, gefällt euch diese Predigt. Seid ihr froh, daß dem Mann mal eine richtige
Lektion erteilt wurde. Aber bitte überhebt euch nicht, sondern anerkennt seine schwere
Aufgabe und seid ihm die biblische Gehilfin, so daß er durch Gottes Gnade leisten kann,
wozu er berufen ist. Beugt beide miteinander eure Knie, bittet beide um Vergebung. Und dann
achte einer den anderen höher als sich selbst, und zwar in der Aufgabe, die einem jeden von
Gott bestimmt ist. Ein herrlicher Segen wird dann in alle unsere Familien fließen. Gott
schenke uns das. Amen!